Aktuelles


Kunstprojekte um die Schlossgarten-Bäume starten

Die Bäume aus dem Stuttgarter Schlossgarten, die für den Bau von Stuttgart 21 weichen mussten und nicht verpflanzt werden konnten, werden zu Kunstwerken verarbeitet, in Kindergärten, Schulen und für pädagogisch-didaktische Projekte genutzt. Grundlage für diese Entscheidung war das Ergebnis des Stuttgarter BürgerForums zu Stuttgart 21.

Projektleiter und Moderator Prof. Ortwin Renn: „Es hat sich zwar lange hingezogen, aber Ende gut alles gut. Ich bin froh, dass die Versprechungen jetzt eingelöst werden.“

Den Anfang macht im September der Kunstverein GEISTUNDGELD mit einem mehrtägigen Bildhauersymposium am Killesberg. Auf den Parkplätzen der Tennis-Anlage am Weißenhof werden mehrere Künstler an den Baumstämmen arbeiten. Interessierte Besucher können die Arbeiten direkt vor Ort verfolgen und besichtigen. Die Freie Kunstschule Stuttgart wird mehrere Stämme für den Travertinpark gestalten, hörgeschädigte Kinder nehmen an einem Workshop mit Künstlern teil. Für weitere Projekte sind interessierte Institutionen und Einzelpersonen für die Umsetzung vorgesehen.

Auf der heutigen Baustellenfläche am Stuttgarter Hauptbahnhof, zwischen der Willy-Brandt-Straße und dem Bahnhofsturm, mussten 176 Bäume weichen. Am 19. Dezember 2011 fand deshalb das BürgerForum Stuttgart 21 statt. In einer öffentlichen, live im Internet übertragenen und intensiven Diskussion mit Experten wurde beschlossen, rund 68 kleinere und mittlere Bäume zu verpflanzen. Diese befinden sich heute an neuen Standorten in Stuttgart. 108 Bäume mussten jedoch aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes gefällt werden.

In dem von Prof. Dr. Renn moderierten Bürger-Workshop wurde empfohlen, dass die 108 gefällten Bäume für Kunstwerke im öffentlichen Raum, für ökologische Funktionen an verschiedenen Standorten, für pädagogisch-didaktische Projekte oder als Totholz in den Wäldern genutzt werden.

Die Landeshauptstadt Stuttgart, das Land Baden-Württemberg und die Deutsche Bahn folgen dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger und stimmten einer sinnvollen Weiterverarbeitung der Stämme zu. Für die Arbeiten stehen 200.000€ zur Verfügung.

Alice Kaiser, Bürgerbeauftragte Stuttgart 21: „Ein zeitlich aufwändiges Projekt steht vor dem Abschluss. Wir hatten eine Vielzahl an organisatorischen Aufgaben zu lösen und viele Gespräche mit Bürgern, Interessensgruppen und unter den Projektpartnern. Es galt unter anderem entsprechende Projekte zu identifizieren und geeignete Veranstalter zu finden, rechtliche und vor allem versicherungsrechtliche Fragen zu klären.“


Presseinformation zum Planänderungsverfahren

Planänderungsverfahren zum Grundwassermanagement bei Stuttgart 21: Die Deutsche Bahn antwortet auf Einwendungen

 

Grundwasser-Hebung gefährdet Standfestigkeit von Häusern und Hängen im Stuttgarter Talkessel nicht ? Bäume im Schlossgarten weiter gut versorgt

 

(Stuttgart, 26. April 2013) Neue Erkenntnisse aus Bodenerkundungen und tiefer gehende Planungen bei den Baustellen von Stuttgart 21 führen zu erhöhten Grundwassermengen und erfordern eine Anpassung des Grundwassermanagements. Im Ergebnis zeigt das neue Rechenmodell, dass über die gesamte Bauzeit in der Stuttgarter Innenstadt mehr Grundwasser umgewälzt werden muss. Diese Einschätzung wurde durch ein zweites unabhängiges Modell des Landes Baden- Württemberg bestätigt.

 

Die Anträge für die erhöhten Wassermengen und die Anpassung des GWM befinden sich derzeit in einem formalen Genehmigungsverfahren (unter anderen die sogenannte "7. Planänderung"). "Viele Bürger haben im Verfahren mit Einwendungen ihre Bedenken und Sorgen zum Ausdruck gebracht. Die Deutsche Bahn beantwortet bereits vor dem offiziellen Erörterungstermin die häufig wiederkehrenden Einwendungen umfassend?, erklärt der Projektsprecher Wolfgang Dietrich. Diese Antworten und eine zusammenfassende geotechnische Stellungnahme sind ab sofort im Internet auf der Homepage des Bahnprojektes Stuttgart-Ulm veröffentlicht.

 

Die Fachgutachter bestätigen nochmals, dass auch mit den geänderten Grundwassermengen weder Schäden an Bauwerken noch Hangrutschungen zu erwarten sind. Auch etwaige geringe Baugrundverformungen sind unbedenklich. Gerade das Grundwassermanagement sorgt dafür, dass der Grundwasserspiegel im weiteren Umfeld nur im Rahmen der natürlichen Schwankungsbreite absinkt. Stärkere Absenkungen finden nur in der unmittelbaren Nähe der Baugruben statt. Der überwiegende Teil des Grundwassers wird vor Ort wieder in den Boden zurück gespeist. Das aufeinander abgestimmte System von Pumpen, Aufbereitung, Infiltration und Messbrunnen garantiert ein Höchstmaß an Sicherheit für das Grund- und auch für deutlich tiefer liegende Mineralwasser. Die mineralwasserführenden Schichten werden durch die Bautätigkeit von Stuttgart 21 auch mit dieser Planänderung nicht tangiert, das Heilwasservorkommen bleibt geschützt. Darüber hinaus ist beispielsweise für die Großbäume des Schlossparks ein spezielles Überwachungssystem vorgesehen.

 

Die ausführlichen Antworten sowie die geotechnische Stellungnahme sind im Internet unter www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de zu finden.
Der Termin der öffentlichen Erörterung wird vom Regierungspräsidium Stuttgart bekannt gegeben.
Auf Grundlage der bereits vorliegenden bestandskräftigen Genehmigungen werden das Rohrsystem sowie Brunnen und Anlagen aufgebaut. "Ab Sommer geht das Grundwassermanagement auf dieser rechtlichen Basis in Betrieb", erklärt der Projektsprecher Wolfgang Dietrich. So kann ein fristgerechter Bauablauf eingehalten werden.

 


Planänderungsverfahren

Planänderungsverfahren beim Grundwassermanagement Informationsveranstaltung live im Internet und TV

 

Am kommenden Sonntag, 16. September 2012, wird die Deutsche Bahn von 18:00 - 20:00 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Planänderungsverfahren beim Grundwassermanagement von Stuttgart 21 durchführen und live im Internet übertragen. Gerade weil das Grundwassermanagement für die Bürgerinnen und Bürger ein so zentrales Thema ist, möchte die Bahn möglichst umfassend und über das formelle Verfahren hinaus informieren.

 

Die Informationsveranstaltung ergänzt damit das vom Regierungspräsidium am 10. September 2012 gestartete formelle Anhörungsverfahren. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit die Informationsveranstaltung im Internet live unter www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de sowie im Fernsehen live bei Regio TV zu verfolgen. Zudem zeigt Regio TV die Sendung noch- mals am 17. September 2012 von 20:00 - 22:00 Uhr im Fernsehen.


Wolfgang Dietrich, Sprecher des Bahnprojekts: "Oberstes Ziel ist eine umfassende und transparente Information unter Einbindung der Bürger. Gerade weil bei solchen Bürgerinformationen immer wieder Fragen nach der Zusammenstellung der Teilnehmer aufkommen, wird die Veranstaltung live im Internet übertragen. Auf diese Weise haben alle interessierten Bürger - ohne Priorisierung oder Vorauswahl - die Möglichkeit, sich zu informieren."


In der Informationsveranstaltung werden Experten und Gutachter die Bürger über das Grundwassermanagement allgemein, die damit verbundenen Fragen der Geotechnik, des Mineralwassers und der Vegetation informieren ebenso wie über das jetzt anstehende Planänderungsverfahren als solches und die geplanten Baumaßnahmen Anfang 2013.


Für die Zeit der öffentlichen Auslegung und Einspruchsfrist (sechs Wochen) werden die Bürger darüber hinaus gebeten, all ihre Fragen zum Planänderungsverfahren über die Plattform www.direktzustuttgart21.de einzustellen. Die wichtigsten Fragen, die bereits im Vorfeld der Informationsveranstaltung eingehen, werden von den Experten in der Veranstaltung beantwortet und aufgegriffen. Nach der Veranstaltung werden über Direktzu jede Woche jeweils die fünf Fragen zum Planänderungsverfahren beantwortet, die von den Bürgern als die die wichtigsten geratet wurden.


Dietrich: "Uns ist besonders wichtig, dass wir neben der reinen Information auch die zentralen Bürgeranliegen beantworten. Auf www.direktzustuttgart21.de sind alle Bürgerfragen für alle transparent. Über diese bereits bewährte Plattformmechanik ist es möglich, die Fragen möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger zu identifizieren und zu beantworten."

 


Bäume im Schlossgarten

 

Bürger sprechen sich für Jury aus

Für öffentliche Kunstprojekte, pädagogisch und ökologische Projekte, für praktische und privaten Nutzen sollen die 108 Baumstämme aus dem Mittleren Schlossgarten genutzt werden, die für das Bahnprojekt Stuttgart 21 weichen mussten. Am Samstag, 16. Juni, haben Bürgerinnen und Bürger über die weitere Verwendung entschieden. Künstler, Diplomdesigner, Jugendliche, Studentenvertreter, Stuttgart 21- Befürworter wie Projekt-Gegner waren im Mittleren Sitzungssaal im Stuttgarter Rathaus zusammen gekommen. Geleitet wurde der Bürger-Workshop von Prof. Ortwin Renn.

 

Als Ergebnis steht: Es soll eine öffentliche Ausschreibung geben, um ein oder mehrere öffentliche Kunstprojekte zu realisieren. Angedacht ist ein Skulpturenpfad oder ein größeres öffentliches Kunstobjekt. Für die Auswahl und Entscheidung soll eine Fach-Jury gegründet werden, die über das Projekt entscheiden soll.
Danach sollen ökologische Projekte mit dem Holz gefördert werden, und schließlich sollen die eingereichten Vorschläge zu pädagogisch-didaktischen Projekten bedient werden. 

 

Weiterhin bestand Einigkeit darin, dass man das Holz, das sich nicht zur künstlerischen Verwendung eignet, in den Stuttgarter Wäldern für ein Biotopholz-Konzept ausgelegt wird. Hier sollen Lernorte für Stuttgarter Schulklassen entstehen. ?Das BürgerFORUM hat sich bewährt. Mit den Bäumen werden viele sinnvolle Projekte realisiert. Die Alternative wäre gewesen, man hätte die Stämme geschreddert?, so Alice Kaiser, Bürgerbeauftragte der Stadt Stuttgart für Stuttgart 21.

 

Zur Besetzung der Fach-Jury, können bis zum 15. Juli Vorschläge eingereicht werden: buergerforum@stuttgart.de.

 


Teilnehmer und Ideen für Bürger-Workshop gesucht

Am Samstag, den 16. Juni veranstaltet das BürgerFORUM Stuttgart 21 einen Bürger-Workshop über die weitere Verwendung der Holzstämme aus dem Mittleren Schlossgarten.

 

Der Workshop beginnt um 14:30 und findet im 4.OG des Stuttgarter Rathauses statt. Alle interessierten Bürger können kommen und teilnehmen.

 

Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen mit Ideen und Vorschlägen sich zu beteiligen und diese per Email, Facebook oder Brief einzureichen.
 
"Im Workshop haben die Bürger das Wort. Sie sollen über die Vorschläge diskutieren und über die weitere Verwendung entscheiden", so die Stuttgart 21 - Bürgerbeauftragte Alice Kaiser. Die Vorschläge werden an die Projektträger weitergeleitet.
 
Bereits jetzt gibt es viele Anregungen, was mit den Holzstämmen passieren soll. Der Kunstverein Wagenhallen möchte im nächsten Jahr ein Holzsymposium veranstalten, Design-Hochschulen möchten Möbel entwerfen oder Hobby-Imker haben angefragt zur Nutzung einer Bienenhöhle.
 
Weiterhin kann man Vorschläge einreichen, dass die Stämme für soziale Zwecke übergeben werden oder mit weiteren Ideen was aus den Bäumen entstehen soll. Die weitere Nutzung braucht nicht im Zusammenhang mit Stuttgart 21 stehen. Ziel ist es, die Holzstämme einen sinnvollen Zweck zu zuführen.
 
Wie? Die Vorschläge per Email an: buergerforum(at)stuttgart.de und anmelden zum Workshop am 16. Juni.
 
Im Januar 2012 wurden im Mittleren Schlossgarten 68 Bäume mit einer Rundspatenmaschine versetzt. 108 Bäume mussten gefällt werden. Dies geschah auf Empfehlung eines Expertenforums, dass im Dezember 2011, im Rahmen des BürgerFORUMs Stuttgart 21 tagte. Die 108 Bäume waren aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes wirtschaftlich nicht versetzbar.
 
Was mit den Baumstämmen passieren soll, dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen. Die Deutsche Bahn stellt für Arbeiten und Ideen, was aus dem Holz werden soll, 500.000? zur Verfügung gestellt.


Holz-Workshop im Juni

Zum Dialog über die weitere Verwendung der gefällten Bäume aus dem Mittleren Schlossgarten und zu Themen um das Projekt Stuttgart 21 hatte am Montagabend, 07. Mai, das BürgerFORUM Stuttgart 21 geladen.


Für den 16. Juni plant das BürgerFORUM einen ganztägigen Workshop mit Bürgerinnen und Bürger, die über die weitere Verwendung der Holzstämme aus dem Mittleren Schlossgarten entscheiden sollen. Im Tiefenhörsaal der Uni Stuttgart wurde unter der Leitung von Herrn Prof. Ortwin Renn über den möglichen Ablauf diskutiert,  Bürger hatten die Möglichkeit sich zu informieren und eigene Ideen einzubringen.


Alice Kaiser, Bürgerbeauftragte der Landeshauptstadt Stuttgart, präsentierte eingereichte Vorschläge aus der Bürgerschaft. Der Kunstverein Wagenhallen möchte ein öffentliches Holzhauersymposium veranstalten und die Kunstobjekte später in der Königsstraße ausstellen, Behindertenwerkstätten wie Kindergärten haben Interesse am Holz angekündigt ebenso wie Design-Hochschulen die hochwertige Möbel für den öffentlichen Raum produzieren möchten.   
Im Rahmen des BürgerFORUMs S21 tagte im Dezember 2011 ein Expertenforum und entschied eine sinnvolle Verwendung für die zu fällenden Bäume, im Rahmen eines Biotopholzkonzepts in Stuttgarts Wäldern, aber auch für sinnstiftende Zwecke wie dem Einsatz als Spielgeräte auf Kinderspielplätze, Kunstprojekte oder für Behindertenwerkstätten.

Auf unserer Website kann man sich die Veranstaltung nochmal anschauen und sich auch zum Workshop anmelden.


BürgerForum entwickelt Ideen für Bäume aus MSG

Skulpturenpfad, Bienenhöhle oder vielleicht Parkbänke. Was soll aus den Bäumen aus dem Mittleren Schlossgarten werden? Viele Bürger, Künstler und diverse Einrichtungen haben dazu bereits zahlreiche Vorschläge gemacht. Ein Workshop soll im Juni und Juli dazu Klarheit bringen.

Für Montag, den 7. Mai, hat das BürgerFORUM Stuttgart 21 eine Vorab-Veranstaltung organisiert, bei der Ablauf und Struktur des Workshops besprochen werden sollen. Sie findet statt im Tiefenhörsaal der Universität Stuttgart, K II-Gebäude, Kepplerstr. 17 und beginnt um 19.30 Uhr.

 

Die Bürger sollen dabei auch über die abgeschlossenen Arbeiten im Mittleren Schlossgarten informiert werden und können ihre Idee für weitere Veranstaltungen des Bürgerforums S21 einbringen. Für 2012 sind noch die Themen "Grundwassermanagement" und "Anwohnerinformation" geplant. Die Veranstaltung wird vom Stuttgarter Professor Ortwin Renn moderiert und live auf www.s21-buergerforum.de übertragen.

 

Bei den Baumaßnahmen mussten 176 Bäume im Mittleren Schlossgarten weichen. 68 von ihnen wurden in einem aufwendigen Verfahren, mit einer Rundspatenmaschine, versetzt. 108 mussten gefällt werden. Diese Bäume waren aufgrund ihrer Größe, Alter und des Gewichts nicht mehr verpflanzbar.

 

Im Rahmen des BürgerFORUMs S21 tagte im Dezember 2011 ein Expertenforum und entschied eine sinnvolle Verwendung für die zu fällenden Bäume, im Rahmen eines Biotopholzkonzepts in Stuttgarts Wäldern, aber auch für sinnstiftende Zwecke wie dem Einsatz als Spielgeräte auf Kinderspielplätze, Kunstprojekte oder für Behindertenwerkstätten.


BürgerFORUM Stuttgart 21 wird fortgesetzt

Im Mai findet die nächste öffentliche Veranstaltung des BürgerFORUMs Stuttgart 21 statt. Thema ist die sinnvolle Weiterverarbeitung der Holzstämme aus dem Schlossgarten.

In Workshops sollen die Bürgerinnen und Bürger beraten und entscheiden, was mit den Holzstämmen aus dem Mittleren Schlossgarten passieren soll. Geplant ist die Nutzung für künstlerische und sinnstiftende Maßnahmen. Hierzu gibt es bereits eine Vielzahl an Vorschlägen und Ideen aus der Bevölkerung.

Während der letzten Sitzung des Koordinationskreis BürgerFORUM hat Oberbürgermeister Dr. Schuster weiterhin vorgeschlagen, die Themen "Information der vom Bauprojekt Stuttgart 21 direkt betroffenen Bürgerinnen und Bürger" und das "Grundwassermanagement" zum Gegenstand weiterer Sitzungen des BürgerFORUMs zu machen. "Es ist wichtig, dass wir uns um die Belange und Bedürfnisse der Bürger kümmern, die von den Baumaßnahmen direkt Betroffen sind. Diese Personen wollen erfahren, was in unmittelbarer Nachbarschaft passiert", so der OB. Konkret geplant wird bereits eine ausführliche Informationsveranstaltung zum Grundwassermanagement. Im BürgerFORUM will man darüber informieren, wie die Technik funktioniert und welche Maßnahmen zum Schutz des Mineralwassers eingeleitet werden. Die Veranstaltungen werden vom Stuttgarter Prof. Ortwin Renn betreut und geleitet.

Am Koordinationskreis haben Vertreter der Parteien des Stuttgarter Gemeinderats, Vertreter von Bahn und Landesregierung, der Zivilgesellschaft, Stuttgarter Bezirksvorsteher und Vertreter des Jugend- und Seniorenrats teilgenommen.

Auf Initiative von Oberbürgermeister Dr. Schuster hat die Landeshauptstadt Stuttgart das BürgerForum eingerichtet, um den Dialog um Stuttgart 21 weiterzuführen und den Baufortschritt über die nächsten Jahre zu begleiten. Die Premiere des BürgerFORUM Stuttgart 21 im Dezember 2011 zum Thema "Bäume im Mittleren Schloßgarten" fand im Stuttgarter Rathaus unter Moderation von Herrn Professor Renn statt.

Das Expertenforum hat darüber beraten, welche Bäume im Schlossgarten versetzt werden können und die jeweiligen ökologischen und ökonomischen Folgen aufgezeigt. Über 5.000 Bürger verfolgten die Veranstaltung live per Internet und beteiligten sich aktiv mit Fragen und Anregungen. Die Empfehlungen des Expertenforums wurden in einem Umlaufbeschluss der Projektpartner festgehalten und durch die Landesregierung im Kabinett bestätigt.


Abschluss der Arbeiten im MSG

Die Arbeiten im Mittleren Schlossgarten sind zunächst abgeschlossen. Insgesamt wurden 68 Bäume mit der Rundspatenmaschine versetzt, 54 Großbäume auf geeignete städtische Grünflächen und 14 Großbäumen auf Flächen im Mittleren und Unteren Schlossgarten. Die dreijährige Anwachspflege beginnt ab März 2012 und wird durch das Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Landeshauptstadt Stuttgart begleitet.

 

Im Rahmen der Baummaßnahmen mussten 108 Bäume im Mittleren Schlossgarten gefällt werden. Das Expertenforum sah in diesem Zusammenhang eine sinnvolle Verwendung für die zu fällenden Bäume vor ? entweder im Rahmen eines Biotopholzkonzepts (sog. Totholzkonzept) in Stuttgarts Wäldern aber auch für sinnstiftende Zwecke (Spielgeräte Kinderspielplätze, Kunstprojekte, Behindertenwerkstätten). Das Holz für ökologisch-pädagogische und künstlerische Zwecke wurde in ca. 108 Blockabschnitte in Längen von ca. 5 m und Durchmessern von 30-140 cm zurecht geschnitten.

Nach dem Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2005 durften im Mittleren Schlossgarten 230 Bäumen gefällt werden. Die Deutsche Bahn, als Bauherrin, hat jedoch im Nachgang an die Schlichtung die Baufelder im Mittleren Schlossgarten optimiert, um möglichst viele Bäume erhalten zu können. Dadurch konnten die betroffenen Bäume auf 176 deutlich reduziert werden.

 

Durch das BürgerFORUM der Landeshauptstadt Stuttgart unter Leitung von Professor Renn wurde der Schlichterspruch in Bezug auf die Baumversetzungen auf seine Umsetzbarkeit überprüft und damit auch ein entsprechender formaler Landtagsbeschluss umgesetzt. Den Empfehlungen aus dem Expertenforum um Professor Renn haben sich alle Projektpartner angeschlossen. Die Experten haben alle Bäume im MSG untersucht und daraus Kategorien gebildet, damit jeder Baum je nach Beschaffenheit und Zustand dem optimalen Verwendungszweck erfährt.

 

Im April wird eine öffentliche Veranstaltung im Stuttgarter Rathaus zum Thema sinnvolle Weiterverarbeitung der Holzstämme aus dem Schlossgarten stattfinden. Ein Termin wird in Kürze bekannt gegeben. In Workshops sollen die Bürgerinnen und Bürger beraten und entscheiden, was mit den Holzstämmen aus dem Mittleren Schlossgarten passieren soll. Geplant ist die Nutzung für künstlerische und sinnstiftende Maßnahmen. Hierzu gibt es bereits eine Vielzahl an Vorschlägen und Ideen aus der Bevölkerung.

 

 

Standorte für Bäume aus dem Mittleren Schlossgarten und Lagerplätze für Biotop- & Kunstholz


Zwischenbilanz zu Baumarbeiten

(Stuttgart, 24. Februar 2012) Die Baumversetzungen und Baumfällungen im Mittleren Schlossgarten sind seit Beginn der Maßnahmen sehr gut vorangekommen. Insgesamt sind inzwischen rund ¾ der Bäume versetzt worden; fast alle der Bäume, die zur Fällung vorgesehen waren, sind gefällt. Die neuen Standorte für die versetzten Bäume befinden sich in den Schlossgartenanlagen sowie in den Stadtgebiete Nord, Zuffenhausen, Möhringen, Degerloch und Bad Cannstatt.

Wolfgang Dietrich: ?Die Arbeiten im Mittleren Schlossgarten sind der erste wirkliche Baueinsatz zu Stuttgart 21 nach der Volksabstimmung, an dem alle Projektpartner zusammen gearbeitet haben. Dieser Einsatz, den alle auch mit einer gewissen Sorge und Angst um mögliche Eskalationen vorbereitet haben, ist bislang ein großer Erfolg. Ein Erfolg für eine hervorragende Zusammenarbeit aller, vor allem der Landesregierung und ein Erfolg für die Befriedung innerhalb der Bürgerschaft.?

Der Planfeststellungsbeschluss von 2005 umfasste die Fällung von 230 Bäumen im Mittleren Schlossgarten mit einem Stammumfang größer 80 cm. Nicht zuletzt durch Baufeldoptimierungen konnte die Zahl der von den Bauarbeiten insgesamt betroffenen Bäume im Mittleren Schlossgarten auf 176 Bäume begrenzt werden. Analog der Empfehlungen aus dem Expertenforum um Professor Renn haben sich die Projektpartner darauf verständigt, davon 68 Bäume mit der Rundspatenmaschine zu versetzen und die restlichen 108 Bäume zu fällen.

Die 176 Bäume im Mittleren Schlossgarten wurden umfassend durch Experten untersucht und in Kategorien eingeteilt, damit jeder Baum je nach Beschaffenheit und Zustand dem optimalen Verwendungszweck erfährt. Daraus ergaben sich die Kategorien
1) ?V? für die Bäume, die versetzt werden sollen, die Kategorie
2) ?T? für die Bäume, die im Rahmen des Biotopholzkonzepts (sog. Totholzkonzepts) im Waldgebiet zur Waldbewirtschaftung verwendet werden, und
3) ?K? für die Bäume, die im Rahmen von Kunstprojekten weiterverwendet werden.

Mit Beginn der konkreten Versetzungsmaßnahmen haben die Versetzungsteams ?Suchschlitze? angelegt, um belastbar auszuschließen, dass in dem Bereich, in dem die Rundspatenmaschine zum Einsatz kommt, Leitungen (Strom, Telekommunikation, ?) verlaufen oder Fundamentreste liegen. Diese Arbeiten konnten im Vorfeld im Park nicht durchgeführt werden. Für den Fall, dass Bäume auf dieser Grundlage nicht versetzt werden können, wurden sogenannte Ersatzbäume definiert und mit ?E? gekennzeichnet. Diese befanden sich maßgeblich auf der Fläche der Landesstiftung. Diese Fläche ist Teil des Planfeststellungsbeschlusses 1.1, befindet sich aber außerhalb des von den Experten betrachteten engeren Bereichs der 176 Bäume. Diese Bäume wären gefällt worden.

Für die Arbeiten im MSG wurden die Zugänge zum Park über die Klett-Passage am Südflügel und den Ferdinand-Leitner-Steg zeitweilig geschlossen. Diese Wegebeziehungen werden voraussichtlich ab kommendem Dienstag, 28. Februar 2012, wieder geöffnet.

Die Polizei beabsichtigt dann alle Bereiche außerhalb des Juchtenkäferareals und des umzäunten Baustellenbereichs wieder freizugeben. Dies umfasst:
- den Zugang in den mittleren MSG über den Leitner-Steg,
- den Weg vom Leitner-Steg entlang des Landespavillon und dem Planetarium in Richtung des Unteren Schlossgartens, sowie
- den Zugang zur Klett-Passage aus dem MSG.

In den vergangenen Tagen wurden auch Bäume in der Türlenstraße/Heilbronnerstraße und am Kurt-Georg-Kiesinger-Platz bzw. der Bahndirektion gefällt. Grund hierfür waren Baustelleneinrichtungsmaßnahmen und Folgemaßnahmen von Stuttgart 21 im Bereich Heilbronnerstraße für die U-Bahn und die neue Stadtbahnlinie U12. Auch diese Maßnahmen basieren auf dem Planfeststellungsbeschluss von 2005.


Start der Arbeiten im Schlossgarten

Nach der Räumung des Zeltdorfes durch die Polizei hat die Deutsche Bahn mit Baumversetzungen und -fällungen im Mittleren Schlossgarten begonnen. Insgesamt sind 176 Bäume betroffen - 68 werden verpflanzt, 108 gefällt.


Die Arbeiten im Mittleren Schlossgarten werden durch die Gruppe ökologische Gutachten (GÖG) begleitet. Unter der Leitung von Dr. Gunter Matthäus wurde im Vorfeld eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung durchgeführt. Dabei hat man die anstehenden Arbeiten im Mittleren Schlossgarten bewertet und diese artenschutzrechtlich überprüft. Die erfahrenen Stuttgarter Gutachter haben nachgewiesene Kenntnisse in der Biologie von Juchtenkäfern, Fledermäusen und Vögeln.


Juchtenkäferbereich


27 Bäume an der Schillerstraße, am Ferdinand-Leitner-Steg, bleiben erhalten. Hier lebt der unter Naturschutz stehende Osmoderma eremita. Der sogenannte "Juchtenkäferbereich" wird zum Schutz des vier cm großen Käfers doppelt gesichert. Zum einem mit einem geschlossenen Bauzaun in Höhe von 1.80m und darüber hinaus wird ein Kleintierschutzzaun gezogen. Beide Schutzmaßnahmen bleiben während der gesamten Bauzeit zur Sicherung des Bereiches bestehen.


Baumversetzungen und -fällungen


68 kleine und mittlere Bäume werden mit einer Rundspatenmaschine versetzt. Dies bedeutet, diese Bäume werden mit Wurzelwerk ausgegraben und an einem neuen Standort innerhalb der Stadt wieder eingepflanzt. Diese Technik kam bereits im vergangenen Jahr erfolgreich am Kurt-Georg-Kiesinger Platz zum Einsatz. Die Stadt Stuttgart stellt 54 Plätze, 14 Standorte werden von der Wilhelma bereitgestellt. 20 Bäume kommen unter im Bezirk Mitte, acht Bäume im Bezirk Nord, neun Bäume im Bezirk Neckar und neun auf städtischen Friedhöfen und acht weitere Bäume werden von der Stadtgärtnerei übernommen.


108 Bäume müssen gefällt werden. Diese großen Bäume wären theoretisch mit einer Plattformtechnik zu verschieben, doch aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts ist eine Verpflanzung nur innerhalb des Schlossgartens möglich. Kosten pro Baum rund 400.000 Euro. Micha Sonnenfroh, Leiter des Fachbereichs Parkpflege der Wilhelma und zuständig für die Bäume im Stuttgarter Schlossgarten, macht jedoch deutlich, dass eine Verpflanzung aufgrund von Denkmalschutz, dem Leitungsnetz für Fernwärme, Abwasser, Bewässerung und Strom innerhalb des Schlossgartens nicht möglich ist. Darüber hinaus würden diese Maßnahmen enorme Schäden in weiteren Teilen des Schlossgartens zur Folge haben. Teilweise könne die Plattformtechnik auch nicht angewendet werden, da die Bäume zu nah beieinander stünden.


Zwei Bäume, in denen Fledermäuse ihr Winterquartier bezogen haben, werden erst gefällt, wenn die Säugetiere den Winterschlaf dort beendet haben. Zum Schutz wird ebenfalls ein Schutzzaun errichtet, zur Überwachung der Fledermausquartiere zusätzlich technische Sensoren installiert.


Bäume sinnvoll nutzen


Die gefällten Bäume werden im Schlossgarten zugeschnitten und von Ästen befreit. Die Stämme werden abtransportiert und zunächst gelagert. Später sollen sie "sinnstiftenden Zwecken" zugeführt werden. Dies war ein Ergebnis der BürgerForums S21 im Dezember 2011. Das von OB Schuster initiierte Forum hatte sich darauf geeinigt, dass man ein Biotop-Konzept in den Stuttgarter Wäldern für Schulklassen und Jugendgruppen installiert. Weiterhin möchte man die Bäume auch für Spielgeräte, Kinderspielplätze oder Kunstprojekte nutzen. Was genau mit dem Holz passieren soll, darüber will man gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren. Vorschläge kann man einbringen unter: buergerforum[at]stuttgart.de


Stuttgart 21: Die nächsten Baufortschritte

Nachdem sich im November 2011 eine deutliche Mehrheit der Stuttgarter und Baden-Württemberger per Volksentscheid für das Projekt Stuttgart 21 ausgesprochen haben, werden in den kommenden Tagen und Wochen deutlich sichtbare Baufortschritte beginnen.

Zum einem wird der Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs abgetragen, zum anderen werden im Stuttgarter Schlossgarten erste Vorbereitungen zum Aushub der Baugrube vorgenommen. Dies bedeutet konkret, es müssen Bäume im Schlossgarten weichen. Nach dem Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2005 dürfen im Mittleren Schlossgarten 230 Bäumen gefällt werden. Die Deutsche Bahn, als Bauherrin, hat jedoch im Nachgang an die Schlichtung die Baufelder im Mittleren Schlossgarten optimiert, um möglichst viele Bäume erhalten zu können. Dadurch konnten die betroffenen Bäume auf 176 deutlich reduziert werden.

Am 19. Dezember 2011 traf sich zu den ?Bäumen Schlossgarten? ein Expertenforum im Stuttgarter Rathaus. Ziel war es, noch mehr Bäume zu erhalten und nicht fällen zu müssen. Die Veranstaltung wurde live per Internet übertragen und hatte mehr als 5.000 Zuschauer. Bürgerinnen und Bürger konnten live per Facebook, Twitter und Email sich an der Diskussion beteiligen. Die von OB Schuster initiierte Veranstaltung wurde vom Stuttgarter Prof. Ortwinn Renn moderiert.

An der Expertenrunde nahmen zwei unabhängige Baumgutachter teil und zeigten auf, wie man die kleinen und großen Bäume versetzen kann. Die großen Bäume im Schlossgarten sind theoretisch mit einer Plattformtechnik zu verschieben. Aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts ist eine Verschiebung nur innerhalb des Schlossgartens möglich. Kosten pro Baum rund 400.000 Euro. Micha Sonnenfroh, Leiter des Fachbereichs Parkpflege der Wilhelma, machte jedoch deutlich, dass eine Verpflanzung aufgrund von Denkmalschutz, dem Leitungsnetz für Fernwärme, Abwasser, Bewässerung und Strom nicht möglich ist.

Die Experten um Prof. Giselher Kaule, Dr. Jörg Rasche und Prof. Ulrich Schraml waren sich einig, dass eine Verpflanzung der Großbäume unter den Aspekten nicht sinnvoll erscheint. Den Vorschlag von Prof Kaule vom Institut für Landschaftsplanung der Uni Stuttgart, die alten Bäume in die Wälder zu legen und dort Lebensraum für Vögel und Käfer als Anschauungsobjekt für Schulklassen zu installieren, fand eine breite Zustimmung bei den Beteiligten. Weiterhin möchte man die Bäume auch für sinnstiftende Zwecke (Spielgeräte, Kinderspielplätze, Kunstprojekte) nutzen. Zur konkreten Umsetzung wird man sich im Detail in den kommenden Wochen abstimmen und auch die Bürger miteinbeziehen.

68 kleine und mittlere Bäume werden mit einer Rundspatenmaschine versetzt. Dies bedeutet, diese Bäume werden mit Wurzelwerk ausgegraben und an einem neuen Standort innerhalb der Stadt wieder eingepflanzt. Diese Technik kam bereits im vergangenen Jahr erfolgreich am Kurt-Georg-Kiesinger Platz zum Einsatz.

Die Bäume mit möglichen Juchtenkäferpopulationen (ca. 20 Bäume am Ferdinand-Leitner-Steg) bleiben langfristig erhalten. Die zwei Bäume, in denen Fledermäuse Winterquartier bezogen haben, werden erst gefällt, wenn die Fledermäuse den Winterschlaf dort beendet haben. Zu deren Schutz wird ein Schutzzaun errichtet, zur Überwachung der Fledermausquartiere zusätzlich technische Sensoren installiert. Zum Schutz der späteren Baugrube des künftigen Hauptbahnhofs wird ein dauerhafter Bauschutzzaun errichtet.

Ein weiteres Ergebnis des Expertenforums: Für Ausgleichsmaßnahmen wird ein Fonds in Höhe von einer halben Million Euro bereitgestellt.

Die Aufzeichnung der Expertenrunde kann man sich unter www.buergerforums21.de anschauen.


Schlossgarten-Bäume ziehen im Stadtgebiet um

Am Montag, 19. Dezember, war Startschuss für das Bürgerforum Stuttgart 21. Bei der ersten Veranstaltung zu den Bäumen im Schlossgarten tagte ein Expertenforum im Stuttgarter Rathaus. Über 5.000 Bürger verfolgten die Veranstaltung live per Internet und beteiligten sich aktiv mit Fragen und Anregungen.

Die von OB Schuster initiierte Veranstaltung wurde vom Stuttgarter Prof. Ortwinn Renn moderiert.

Zwei Baumgutachter präsentierten ihre Gutachten zum Zustand der Bäume und zeigten auf, wie man die kleinen und großen Bäume versetzen kann.

Schnell konnte man sich darauf einigen: Die so genannten Juchtenkäfer-Bäume an der Schillerstraße bleiben erhalten. Rund 70 kleinere und mittlere Bäume können mit der Rundspatentechnik verpflanzt werden. Die Landeshauptstadt Stuttgart stellt entsprechende Standorte im Stadtgebiet zur Verfügung.

Die großen Bäume im Schlossgarten wären theoretisch mit einer Plattformtechnik zu verschieben. Aufgrund der Größe und des Gewichts der Bäume wäre eine Verschiebung nur innerhalb des Schlossgartens möglich. Kosten pro Baum rund 400.000?. Micha Sonnenfroh, Leiter der des Fachbereichs Parkpflege der Wilhelma, machte jedoch deutlich, dass eine Verpflanzung aufgrund von Denkmalschutz, dem Leistungsnetz für Fernwärme, Abwasser, Bewässerung und Strom nicht möglich ist. Für Ausgleichmaßnahmen wird ein Fonds in Höhe von einer halben Million ? bereitgestellt.

Die Experten um Prof. Giselher Kaule, Dr. Jörg Rasche und Prof Ulrich Schraml waren sich einig, dass eine Verpflanzung der Großbäume unter den Aspekten nicht sinnvoll erscheint. Den Vorschlag von Prof Kaule vom Institut für Landschaftsplanung der Uni Stuttgart, die alten Bäume in die Wälder zu legen und dort Lebensraum für Vögel und Käfer als Anschauungsobjekt für Schulklassen zu installieren, fand eine breite Zustimmung bei den Beteiligten. 


OB Schuster gibt Startschuss für Bürgerforum S21

Am kommenden Montag, 19. Dezember, startet die Landeshauptstadt Stuttgart mit dem BürgerFORUM zum Projekt Stuttgart 21. Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster: "Nach der Volksabstimmung wird die Bahn Stuttgart 21 zügig bauen. Für uns Stuttgarter wird es während der langen Bauphase immer wieder Themen geben, die unklar sind, die Fragen aufwerfen. Hier setzt das BürgerFORUM an. Wir werden mit Experten all die Fragen diskutieren, die wir als Stuttgarter Bürger zum Bau von Stuttgart 21 haben."


Die Mehrheit der Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger sei den Streit um das Projekt Stuttgart 21 leid, so der OB weiter: "Was wir auch während der Bauphase brauchen, ist eine auf Fakten basierte, sachliche und offene Diskussion." Das Bürgerforum bringe Transparenz für die Bürger, es binde Anregungen, Kritik und Bedenken in den Baufortschritt ein. Als Moderator und als Organisator des Forums hat die Stadt den Stuttgarter Professor Ortwin Renn und seine gemeinnütziges Institut Dialogik gewinnen können. Renn ist international als Mediator in Konflikten tätig und war auch in der von der Bundeskanzlerin einberufenen Ethikkommission zur Energiewende tätig. Das von ihm geleitete Institut Dialogik ist seit seiner Gründung im Jahre 2003 in einer Vielzahl von Dialog- und Partizipationsverfahren eingebunden.


Prof. Ortwin Renn hat für das BürgerFORUM der Stadt Stuttgart drei Bausteine entwickelt:


Zum einen besteht das BürgerFORUM aus dem Koordinationskreis. Dieser ist besetzt mit Vertretern aller im Gemeinderat vertretenen Fraktionen sowie Vertretern von Stadt, Bahn, Land, Region, Jugend- und Seniorenrat und Zivilgesellschaft. Dieser Koordinationskreis hat den Auftrag, die jeweiligen Themen für die Veranstaltungen zu benennen, die Experten auszuwählen und die aus den Dialogforen kommenden Vorschläge aufzunehmen und an die Projektpartner weiterzugeben. Der Koordinationskreis tagte bereits erstmals am 2. Dezember im Stuttgarter Rathaus.


Den zweiten Baustein bilden Expertenforen zu wichtigen Sachfragen, bei denen noch Entscheidungsbedarf besteht. Diese Expertenforen werden live im Internet übertragen, so dass alle Bürgerinnen und Bürger die Argumente mit verfolgen und die Ergebnisse nachvollziehen können. Die Bürger können über das Internet Ihre Fragen und Anregungen live in die Sitzungen einfließen lassen.


Den dritten Baustein bilden die öffentlichen Dialog-Veranstaltungen, die im Rathaus für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger stattfinden. Diese Veranstaltungen werden ebenfalls live im Internet übertragen. Sie werden so organisiert sein, dass ein konstruktiver gegenseitiger Austausch stattfinden kann. Ortwin Renn denkt an innovative Kommunikationsformen wie World Cafe, Open Space, aber auch an Arbeitsgruppen. Prof. Renn: "Wichtig ist dabei, dass in diesen Runden alle Informationen transparent dargestellt und alle Anliegen und Fragen der Bürger konstruktiv aufgegriffen werden. Wir wollen weg von ritualisierten Anhörungen, wo das Podium versucht, lästige Fragen möglichst elegant abzubürsten."


Die erste Sitzung des BürgerFORUM Stuttgart 21 ist als Expertenforum angelegt und wird am Montag, 19. Dezember, von 17 bis 20 Uhr stattfinden. Thema sind die Bäume im Schlossgarten, die im Zuge der Baumaßnahmen Stuttgart 21 weichen müssen. Das Expertenforum wird darüber beraten, welche Bäume versetzt werden können und wird die jeweiligen ökologischen und ökonomischen Folgen aufzeigen. Ziel ist es, eine eindeutige Empfehlung an die Projektpartner zu formulieren. Prof. Renn: "Wir gehen davon aus, dass die erarbeiteten Ergebnisse und Empfehlungen von den legitimierten Gremien und den Projektpartnern aufgenommen und weiter verarbeitet werden."


Teilnehmer der Expertenrunde sind neben zwei unabhängigen Baumgutachtern, der Psychologe Dr. Jörg Rasche und Prof. Giselher Kaule vom Nachhaltigkeitsbeirat. Vertreter von Stadt, Land und Bahn sind ebenfalls vertreten. Die Bürger können während der Veranstaltung ihre Fragen und Anregungen per Facebook, Twitter oder Email live an die Experten schicken. Live übertragen wird die Sitzung unter www.buergerforum-s21.de.


Interview Moderator Renn

BürgerForum S21: Moderator Prof. Renn im DPA-Interview

Jetzt geht es um das «wie»


Von Julia Giertz,

Nach der Volksabstimmung über Stuttgart 21 sollen die Bürger bei der Umsetzung des Bahnprojektes einbezogen werden. Geplant ist ein Forum, in dem Bürger und Fachleute Ideen sammeln und sie an die Bauherrin Bahn weitergeben können. «Jetzt geht es nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie», sagt der Technik- und Umweltsoziologe Ortwin Renn im Interview der Nachrichtenagentur dpa. Der Wissenschaftler von der Universität Stuttgart moderiert das von Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) initiierte Bürgerforum, das am 19. Dezember erstmals stattfinden soll.

Welche Aufgaben werden sie als Moderator haben?

Renn: «Ich werde für größtmögliche Transparenz der Bauarbeiten sorgen und Möglichkeiten für die Mitwirkung von Bürgern eröffnen. Damit will ich auch zeigen, dass die Kritik der Gegner an dem aus ihrer Sicht undurchschaubaren Verfahren ernst genommen wird. Mit der Volksabstimmung ist die direkte Demokratie vorangetrieben worden, das muss jetzt auch weiter verfolgt werden.»

Wie ist das Forum organisiert?

Renn: «Es gibt einen Steuerungskreis mit den Vertretern von CDU, SPD, FDP und Grünen aus dem Stuttgarter Gemeinderat, dem Land, der Stadt und der Bahn. Außerdem sollen Bürger aus den Initiativen gegen und für Stuttgart 21 hinzukommen. Sie sollen die Themen und Zeitpunkte für die Treffen im Stuttgarter Rathaus vorschlagen; auch Themen aus der Bevölkerung sind uns willkommen.»

Welches ist das drängendste Thema?

Renn:
«Das Thema unserer ersten Zusammenkunft wird das Fällen und Versetzen der Bäume im Schlossgarten sein. Die Bahn würde allein für das Umpflanzen gesunder Bäume acht Millionen Euro ausgeben ohne Garantie, dass alle Bäume das überleben. Der teuerste Baum kostet 400 000 Euro. Ich schlage vor, dass man sich darüber unterhält, welche ökologischen Ausgleichsmaßnahmen es stattdessen gibt.»

Über was will man noch sprechen?

Renn:
«Weitere Themen sind das Grundwassermanagement und der bevorstehende Abbruch des Südflügels. Hier könnte ein Vorschlag von Stuttgarter Architekten friedenstiftend wirken, den Flügel durch eine Art Rahmengebäude zu ersetzen, das nicht mit dem Tiefbahnhof kollidiert. Viel Interesse wird auch ein Forum über die konkreten Baufortschritte finden. Langfristig wird uns sicher die Gestaltung der neuen Stadtquartiere auf den freiwerdenden Gleisflächen beschäftigen.»

Wird das Forum Stuttgart Frieden bringen?

Renn:
«Wer bislang fundamental gegen Stuttgart 21 war, dem bringt das Forum nichts mehr. Für die anderen kann es befriedend wirken, wenn die Politiker aller Couleur im Forum zeigen, dass sie dazugelernt haben. Ich hoffe, dass Sympathien für mögliche extreme Aktionen gegen Stuttgart 21 dadurch geringer werden.»

Werden die Montagsdemonstrationen weiter laufen?

Renn:
«Nein, das glaube ich nicht. Ein leeres Ritual, eine Art Folklore wird es auf Dauer nicht geben. Ich rechne nur noch bei bestimmten emotional brisanten Baufortschritten wie dem Fällen der Bäume mit Demonstrationen oder Aktionen.»

Welche Formen der Beteiligung wird es künftig geben?

Renn:
«Bei vielen Großprojekten kommt wie bei Stuttgart 21 die Beteiligung zu spät. Schon in der Erhebung des Bedarfs müssen die Menschen in Runden Tischen oder Foren einbezogen werden. Eine Abstimmung nach dem Motto "Vogel friss oder stirb" wie bei Stuttgart 21 ist die schlechteste Alternative.»


Besuchen Sie uns auf Facebook! Folgen Sie uns auf Twitter Besuchen Sie uns in YouTube
Unsere Galerie auf Flickr! Rosenstein Stuttgart Eintrag bei Wikipedia! Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!
direkt zu stuttgart21 biss21 Bahnprojekt Stuttgart Ulm